Datenhungrige Facebook-Anwendungen im Zaum halten

Vor kurzem haben wir die grundlegenden Punkte der Privatsphäre-Einstellungen bei Facebook erläutert. Mittels dieser Einstellungen lässt sich genau kontrollieren, welche anderen Nutzer beispielsweise die von Dir geposteten Fotos sehen können oder wer lesen darf, was an Deiner Pinnwand steht.

Was viele Nutzer des größten Sozialen Netzwerks der Welt nicht wissen: Auch die Apps und Spiele, mit denen sich eure Freunde bei Facebook die Zeit vertreiben, können auf eure Daten und Fotos zugreifen. Das ist sogar dann möglich, wenn ihr selbst die betreffende App oder das jeweilige Game gar nicht (mehr) verwendet. Nachdem ihr keinerlei Kontrolle darüber habt, welche Apps eure Facebook-Freunde verwenden und somit auch den jeweiligen Datenhunger der Anwendungen nicht kennt, solltet ihr eure Profil möglichst umfassend gegen Datenschnüffler schützen.

Die hierfür zuständigen Einstellungen findet ihr nach einem Klick auf das Zahnradsymbol oben rechts. Anschließend oben aus dem Menü den Punkt „Kontoeinstellungen“ wählen und danach links in der Navigationsleiste auf „Anwendungen“ klicken. Hier findet sich die Option „Von anderen Nutzern verwendete Anwendungen“. Nach einem Klick auf „Bearbeiten“ zeigt sich eine Liste mit Punkten, die eure Privatsphäre betreffen.

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Bild 1: Bildunterschrift: „Von anderen Nutzern verwendete Anwendungen“: Alle Häkchen wurden entfernt.

Es spricht an und für sich aus Sicht eines Facebook-Nutzers nichts dafür, auch nur einen einzigen dieser Punkte anzuklicken beziehungsweise freizugeben. Zwar erläutert Facebook im Text über der Liste, dass durch solche Freigaben „die Nutzererfahrung“ eurer Freunde beim Umgang mit den Apps besser wird. Dies ist allerdings eine ziemlich vage Begründung. Außerdem ist es kaum in eurer Verantwortung, euren Facebook-Freunden durch Weitergabe von persönlichen Daten an euch komplett unbekannte Unternehmen zu einem tolleren Social-Media-Erlebnis zu verhelfen.

Wie der Erklärungstext unter der Liste sagt, lässt sich auf diesem Weg jedoch nicht verhindern, dass Dir unbekannte Anwendungen Deine Freundesliste und öffentliche Informationen wie Dein Geschlecht erfassen können. Um auch diesen Zugriff zu unterbinden, musst Du auf der gleichen Seite ganz oben unter „Möchtest du Anwendungen, Plug-ins, Spiele […] verwenden?“ rechts auf „Bearbeiten“ klicken. Wenn Du den Einsatz von Anwendungen auf der kompletten Plattform (damit ist Facebook gemeint) verbietest, sperrst Du aber nicht nur die Apps Deiner Freunde aus, sondern kannst auch selbst keine Anwendungen oder Spiele mehr nutzen. Einen Mittelweg lässt Facebook – zumindest derzeit – nicht zu. Außerdem solltet ihr beachten: Wenn ihr vom Status „Aus“ in den Status “Ein“ zurück wechselt, müsst ihr alle Häkchen der Punkte erneut entfernen.

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Bild 2: Bildunterschrift: In dieser Einstellung ist der Einsatz aller Anwendungen gesperrt.

Übrigens: Facebook bietet immerhin eine wirksame Technik, um den unberechtigten Login in Dein Konto durch Fremde zu unterbinden. Das Ganze nennt sich Zwei-Faktor-Authentisierung und wurde hier im Blog schon ausführlich beschrieben.